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Sauberes Business – Prävention von Geldwäsche & Terrorfinanzierung

Veröffentlicht am 25. Februar 2026 von KMU Center

Sauberes Business – Prävention von Geldwäsche & Terrorfinanzierung

Ein sauberes Unternehmen ist kein Zufall – sondern das Ergebnis klarer Regeln, wacher Aufmerksamkeit und sauberer Dokumentation. Geldwäsche und Terrorfinanzierung sind keine abstrakten Großkonzernthemen. Auch kleine und mittlere Unternehmen können – bewusst oder unbewusst – in problematische Geschäftsmodelle hineingezogen werden.

Gerade deshalb gilt: Wer hinsieht, schützt sein Unternehmen, seine Reputation und im Ernstfall auch sich selbst.

Wer besonders betroffen ist

Strenge gesetzliche Vorgaben gelten unter anderem für:

  • Finanzdienstleister
  • Rechts- und Unternehmensberatung
  • Immobilienbranche
  • Glücksspielanbieter
  • Handel mit hochpreisigen Gütern (z. B. Schmuck, Fahrzeuge, Luxuswaren)

Doch auch wenn Ihr Unternehmen nicht direkt unter die strengsten Sorgfaltspflichten fällt, gilt: mitdenken und nachvollziehbar dokumentieren. Denn ungewöhnliche Zahlungsflüsse oder Geschäftsmodelle können in jeder Branche auftreten.

Worum geht es bei Geldwäsche?

Vereinfacht gesagt: Illegale Gelder sollen „sauber“ wirken. Das geschieht häufig in drei Phasen:

  1. Platzierung – Bargeld oder Vermögenswerte werden ins Finanzsystem eingeschleust.
  2. Verschleierung – komplexe Transaktionen, Firmenkonstrukte oder Auslandskonten verwischen die Spur.
  3. Integration – das Geld erscheint scheinbar legal im Wirtschaftskreislauf.

Unternehmen geraten meist ungewollt in Phase 1 oder 2 – etwa durch ungewöhnliche Zahlungsarten oder undurchsichtige Geschäftspartner.

Drei einfache Schritte zur Prävention

1) Kund:innen wirklich kennen

  • Identität prüfen (Ausweis, Firmenbuchauszug, wirtschaftlich Berechtigte)
  • Verstehen, wofür das Geschäft dient
  • Hinterfragen, wer tatsächlich hinter einer Firma steht

Nicht jede komplizierte Struktur ist illegal – aber jede sollte erklärbar sein.

2) Ungewöhnliches hinterfragen

Typische Fragen helfen:

  • Passt die Zahlung zur vereinbarten Leistung?
  • Warum wird auf Barzahlung bestanden?
  • Warum erfolgt die Zahlung in mehreren Teilbeträgen?
  • Warum dieser massive Zeitdruck?

Gesunder Hausverstand ist oft der beste Frühwarnsensor.

3) Kurz notieren & ordentlich ablegen

Dokumentieren Sie:

  • Was geprüft wurde
  • Welche Auffälligkeiten es gab (oder nicht)
  • Wer die Entscheidung getroffen hat

Saubere Ablage schützt Sie im Nachhinein – insbesondere bei Prüfungen.

Typische Warnzeichen (Red Flags)

Achten Sie besonders auf:

  • Sehr hohe oder ungewöhnliche Barzahlungen
  • Gestückelte Beträge knapp unter Meldegrenzen
  • Dritte Personen, die plötzlich zahlen
  • Komplexe Firmenkonstrukte ohne nachvollziehbaren Zweck
  • Unerklärbaren Zeitdruck
  • Ablehnung von Identitätsprüfungen

Ein einzelnes Signal ist noch kein Beweis – mehrere zusammen sollten jedoch Aufmerksamkeit auslösen.

Verdacht? So handeln Sie richtig

Wichtig ist ein klarer interner Prozess:

  • Sachverhalt intern melden
  • Fakten sammeln
  • Keine eigenmächtige Entscheidung
  • Kund:innen nicht warnen (sogenanntes „Tipping-off“ ist verboten)

Die benannte Stelle oder Geschäftsführung entscheidet über das weitere Vorgehen und eine allfällige offizielle Meldung.

Transparenz nach innen – Diskretion nach außen.

Warum sich Prävention lohnt

✔ Schutz der eigenen Reputation
✔ Vermeidung hoher Verwaltungsstrafen
✔ Mehr Sicherheit bei Prüfungen
✔ Klare interne Abläufe
✔ Stärkeres Vertrauen bei Banken und Partnern

Ein strukturiertes Vorgehen kostet wenig Zeit – aber verhindert im Ernstfall großen Schaden.

Fazit

Sauberes Business bedeutet: kennen, hinterfragen, dokumentieren.
Mit klaren Prozessen und einem geschulten Blick schützen Sie Ihr Unternehmen aktiv vor Risiken – und zeigen Haltung.

Prävention ist keine Bürokratieübung, sondern ein Zeichen professioneller Unternehmensführung.

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