Ein sauberes Unternehmen ist kein Zufall – sondern das Ergebnis klarer Regeln, wacher Aufmerksamkeit und sauberer Dokumentation. Geldwäsche und Terrorfinanzierung sind keine abstrakten Großkonzernthemen. Auch kleine und mittlere Unternehmen können – bewusst oder unbewusst – in problematische Geschäftsmodelle hineingezogen werden.
Gerade deshalb gilt: Wer hinsieht, schützt sein Unternehmen, seine Reputation und im Ernstfall auch sich selbst.
Wer besonders betroffen ist
Strenge gesetzliche Vorgaben gelten unter anderem für:
- Finanzdienstleister
- Rechts- und Unternehmensberatung
- Immobilienbranche
- Glücksspielanbieter
- Handel mit hochpreisigen Gütern (z. B. Schmuck, Fahrzeuge, Luxuswaren)
Doch auch wenn Ihr Unternehmen nicht direkt unter die strengsten Sorgfaltspflichten fällt, gilt: mitdenken und nachvollziehbar dokumentieren. Denn ungewöhnliche Zahlungsflüsse oder Geschäftsmodelle können in jeder Branche auftreten.
Worum geht es bei Geldwäsche?
Vereinfacht gesagt: Illegale Gelder sollen „sauber“ wirken. Das geschieht häufig in drei Phasen:
- Platzierung – Bargeld oder Vermögenswerte werden ins Finanzsystem eingeschleust.
- Verschleierung – komplexe Transaktionen, Firmenkonstrukte oder Auslandskonten verwischen die Spur.
- Integration – das Geld erscheint scheinbar legal im Wirtschaftskreislauf.
Unternehmen geraten meist ungewollt in Phase 1 oder 2 – etwa durch ungewöhnliche Zahlungsarten oder undurchsichtige Geschäftspartner.
Drei einfache Schritte zur Prävention
1) Kund:innen wirklich kennen
- Identität prüfen (Ausweis, Firmenbuchauszug, wirtschaftlich Berechtigte)
- Verstehen, wofür das Geschäft dient
- Hinterfragen, wer tatsächlich hinter einer Firma steht
Nicht jede komplizierte Struktur ist illegal – aber jede sollte erklärbar sein.
2) Ungewöhnliches hinterfragen
Typische Fragen helfen:
- Passt die Zahlung zur vereinbarten Leistung?
- Warum wird auf Barzahlung bestanden?
- Warum erfolgt die Zahlung in mehreren Teilbeträgen?
- Warum dieser massive Zeitdruck?
Gesunder Hausverstand ist oft der beste Frühwarnsensor.
3) Kurz notieren & ordentlich ablegen
Dokumentieren Sie:
- Was geprüft wurde
- Welche Auffälligkeiten es gab (oder nicht)
- Wer die Entscheidung getroffen hat
Saubere Ablage schützt Sie im Nachhinein – insbesondere bei Prüfungen.
Typische Warnzeichen (Red Flags)
Achten Sie besonders auf:
- Sehr hohe oder ungewöhnliche Barzahlungen
- Gestückelte Beträge knapp unter Meldegrenzen
- Dritte Personen, die plötzlich zahlen
- Komplexe Firmenkonstrukte ohne nachvollziehbaren Zweck
- Unerklärbaren Zeitdruck
- Ablehnung von Identitätsprüfungen
Ein einzelnes Signal ist noch kein Beweis – mehrere zusammen sollten jedoch Aufmerksamkeit auslösen.
Verdacht? So handeln Sie richtig
Wichtig ist ein klarer interner Prozess:
- Sachverhalt intern melden
- Fakten sammeln
- Keine eigenmächtige Entscheidung
- Kund:innen nicht warnen (sogenanntes „Tipping-off“ ist verboten)
Die benannte Stelle oder Geschäftsführung entscheidet über das weitere Vorgehen und eine allfällige offizielle Meldung.
Transparenz nach innen – Diskretion nach außen.
Warum sich Prävention lohnt
✔ Schutz der eigenen Reputation
✔ Vermeidung hoher Verwaltungsstrafen
✔ Mehr Sicherheit bei Prüfungen
✔ Klare interne Abläufe
✔ Stärkeres Vertrauen bei Banken und Partnern
Ein strukturiertes Vorgehen kostet wenig Zeit – aber verhindert im Ernstfall großen Schaden.
Fazit
Sauberes Business bedeutet: kennen, hinterfragen, dokumentieren.
Mit klaren Prozessen und einem geschulten Blick schützen Sie Ihr Unternehmen aktiv vor Risiken – und zeigen Haltung.
Prävention ist keine Bürokratieübung, sondern ein Zeichen professioneller Unternehmensführung.
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